About Bam!

Regen, durch den im 5-Minuten-Takt ein fast leerer Bus fährt. In der letzten Reihe liegt eine alte, nasse Zeitung. Wahrscheinlich voller weiterer Kritikpunkte. Ein Wahnsinniger hat die Heizung bis zum Anschlag aufgedreht, dazu brennt im Ofen ein halber Wald. Die dumpfe Hitze macht die Augen trocken und müde.

 

Man kann viele schöne Geschichten über Schweden erzählen, aber die wenigsten ereigneten sich in tristen Momenten wie diesem. Momente, die sich in den langen Wintermonaten zu Tagen hinziehen. Damen Volleyball-Nationalmannschaft hin, tolles Bildungssystem her, als Bam vor lauter Langeweile mit dem Ellenbogen vom Tresen rutschte und nur knapp verhindern konnte, dass sein Kopf auf ebendiesem aufschlug, war ihm klar: "Es reicht - ich muss hier weg."

"Let's go exploring!"

Gut, er hätte seiner Mutter vielleicht Bescheid sagen können, aber sie würde es ja schon merken wenn er weg wäre. Die Wohnung zu kündigen hätte ihm auch einiges an Ärger erspart. Aber als ich ihn damals im Bus vom Flughafen in die Stadt kennenlernte, hatte ich den Eindruck, dass ihn am meisten ärgerte, dass er seine Badehose vergessen hatte.

 

Wer braucht schon Mitte Oktober eine Badehose? Aber gut, das war auch nicht Åkersberga sondern Barcelona. Zu sagen er hätte seither einiges erlebt wäre, als beschriebe man ein T-Shirt als ein Stück Stoff mit vier Löchern: richtig. Aber zu kurz.

 

Denn es passierte mehr. Un-FUCKING-fassbar viel mehr.

About Bam Party worldwide

Bam war in Tijuana. Bam war in Berlin. Bam war in San Diego. Bam war in Bangkok. Bam war in Shanghai. Bam war in Stockholm. Immer wieder Stockholm. Bam war in Köln. Bam war in Turku. Nie wieder Turku. Bam war auf Cuba. Bam war in Uganda. Bam war in New York. Immer Fensterplatz. Immer Müde. Immer Kaffee.

Immer auf der Suche

Mehr als einmal hat er mich warten lassen. Mehr als zwei Mal war er plötzlich da, wenn ich ihn brauchte. Mehr als drei Mal war er plötzlich wieder weg.

 

Ich hab ihn immer bewundert für das Leuchten in seinen Augen. Vor ein paar Monaten, in einem der wenigen stillen Momente, wollte er mir erzählen, woher die Grübchen, Lachfalten und dieses elende Dauergrinsen kommen.

 

Doch gerade als er, nach seinem schier endlosen Einführungsmonolog, zum Punkt kommen will, betritt eine Gruppe junger Damen die Bar. Allesamt blond, hochgewachsen, bildhübsch. Die verdammte schwedische Volleyball-Nationalmannschaft. Weg war er.