Bam Larsson, ein deutsches Startup - Blick hinter die Kulissen (1/3)

Meilensteine Gründung - Bam Larsson
1. Teil: von der Idee bis zur Gründung

Das Projekt Roscoe

Mit der Idee eigene T-Shirts zu entwerfen kam mir damals auch gleich ein Name in den Sinn: „Roscoe“ sollte das Label heißen. Ich weiß nicht woher der Name so plötzlich kam, aber er fühlte sich einfach richtig an. Bei einer spontanen Marktforschung unter Freunden fand er gleich großen Anklang und so war die Enttäuschung groß, als wir herausfanden, dass es bereits eine Modemarke mit dem Namen gab. Aber wer mit Rückschlägen nicht umgehen kann, der braucht auch kein Unternehmen zu gründen. Schon gar nicht in Deutschland.

 


Eine Lehre, die ich aus den letzten zwei Jahren des Projekts „Roscoe“ ziehen kann, ist, dass Dinge, die auf den ersten Blick schwer erscheinen (Gründung, Steuererklärung), oft viel leichter sind als man denkt. Dafür kann es leicht passieren, dass man vermeintlich einfache Dinge (Lagerhaltung von ein paar T-Shirts) unterschätzt. Wichtig ist dabei vor allem fokussiert zu bleiben und die Aufgaben Schritt für Schritt anzugehen. Am Ende kommt es eh meistens anders als man denkt.

Die Geburt von Bam Larsson

So war es auch mit dem Namen des ungegründeten Labels. An „Roscoe“ gefiel mir, dass man sich darunter eine Person vorstellen konnte. Für mich war diese Person ein bärtiger Mann, Mitte/Ende 20, der schon einiges erlebt hat und das Leben liebt. Diesen Gedanken wollte ich mit dem Namen unbedingt vermitteln. In meinem Kopf hatte er ein rot-schwarzes Holzfällerhemd an und fluchte ununterbrochen, aber in diesen Punkten war ich bereit Abstriche zu machen.

 

Noch am Tag als mir die Idee zu „Roscoe“ gekommen war traf ich mich mit meinem alten Schulkameraden Johannes und nach nicht einmal 2 Minuten Überzeugungsarbeit war er mit an Bord.

 

In den folgenden Tagen sammelte ich verschiedene wohlklingende Vor- und Nachnamen und kombinierte sie wild miteinander. Die Kombination aus Bam (Action, Bewegung, Leben) Larsson (Skandinavisch, bodenständig, ruhig) auf Anhieb am besten, noch besser als Roscoe. Problem gelöst. So weit, so unspektakulär.

Namensfindung Startup Gründung

Nun konnten wir uns einem noch wichtigeren Thema widmen. Die Idee an sich war ja schön und gut, aber T-Shirts zu designen ohne Designer ist gar nicht so einfach. Doch auch hier das gleiche Procedere: 1 Anruf, 2 Minuten Idee erklären und der 3. Mann war mit an Bord. Zwar war Alex nicht im Gründungsteam, aber seine Zusage uns zu unterstützen reichte uns um die Geburt von Bam Larsson zu feiern. So konnte es weitergehen.

Wie entwirft man eigentlich ein T-Shirt?

Wir mussten allerdings recht bald erkennen, dass wir zwar genau wussten was für T-Shirts uns gefallen, aber nicht wie man aus ein paar losen Ideen ein stimmiges Design-Konzept entwirft. Wir hatten beim Brainstormen das große Glück, dass die Festplatte von Alex voll ist mit Bildern: Von allem. Schöne Landschafte, Playmobil-Figuren, nackte Ärsche. Was man sich so vorstellen kann. Und so wählten wir aus diesem scheinbar unendlichen Portfolio verschiedene Motive und ließen Alex einfach mal machen.

 

Ich weiß nicht ob ihm bewusst war wie viel Arbeit auf ihn zukommen würde. Mir war es damals nicht bewusst. Alle paar Wochen kam er dann mit neuen Entwürfen auf uns zu. Wir sagten ja zu dem einen und nein zu dem anderen. Am nächsten Tag sagten wir nein zu dem einen und ja zu dem anderen. Ich sag‘s mal so: es war ein Prozess.

Entwicklung Design T-Shirts

Experimentieren mit deutscher Gründlichkeit

Parallel kümmerten wir uns um so Nebensächlichkeiten wie Druckverfahren, Schnitte, Bio-Labels und Zahlungs- und Lieferbedingungen. Natürlich gaben wir uns dabei am Telefon immer schön als existierende Firma aus, um auch ernst genommen zu werden. Das ganze spielte im Sommer / Herbst 2012 und damals war die Gründung noch in weiter Ferne. Unser Ziel war es zum Frühjahr 2013 unsere ersten T-Shirts auf dem Markt zu haben (Check!).

 

So ziemlich alles was wir damals taten, taten wir nach bestem Wissen und Gewissen. Aber ohne Plan. Ehrlich, wenn man keine Ahnung hat, dann hilft einfach nur ausprobieren und alle Freunde, Bekannte und Verwandte zu fragen was sie davon halten. Frei nach dem Motto: Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail better.

 

Heute läuft das alles etwas professioneller und routinierter. Aber wenn wir etwas Neues machen, dann hilft nach wie vor nur ausprobieren. Wir versuchen natürlich alte Fehler zu vermeiden und die Erfahrung und ein wacher Verstand helfen manche Fehler gar nicht erst zu machen, aber spielerisches experimentieren halte ich für eine der wichtigsten Tätigkeiten eines Unternehmers. Die Freiheiten, die man in einem Startup hat muss man an dieser Stelle auch entsprechend ausnutzen.

 

Alles kommt zusammen

Nach und nach nahm dann alles Form an. Der Name, das Logo, die Designs, die Schnitte. Dazu im administrativen Bereich: Finanzierung, Rechtsform, Gesellschaftsvertrag, Businessplan. Langsam aber sicher nahm die Idee Gestalt an und wir näherten uns der Gründung.

 

Warum die viel einfacher war als gedacht und was die größte Herausforderung war uns ist erfahrt ihr im zweiten Teil.

 

Bis bald,

Jörg

Author: Jörg Hipper

Kommentar schreiben

Kommentare: 0