Das Beste ist die Lache

Eigentlich sind es zwei. Bam kennt genau zwei Arten zu lachen.

 

Die Erste klingt nach „hehehe“ und vor meinem inneren Auge erscheint jedem Mal ein besoffener Pferdedieb aus einem Ennio Morricone Western, wenn ich sie höre. Dreckig beschreibt sie nur unzureichend. Aber nennen wir sie dreckig bis wir ein dreckigeres Wort gefunden haben.

Die Zweite ist ein kindliches „hihihi“ die genau genommen ein endloses „iiiihihihihihihihihihi…“ ist. Sie ist deutlich seltener, aber wenn etwas überraschend witziges passiert, dann kann man nur hoffen in Bams Nähe zu sein. Mitten in seinem Drei-Tage-Bart entsteht dann in Sekundenbruchteilen ein Grinsen so breit, dass man meint sein Gesicht platzt gleich vor Freude.

 

2-3 Sekunden später ertönen die ersten Laute und es gibt kein Halten mehr: Der ganze Kerl wackelt und schüttelt sich und langsam aber sicher wandert der Inhalt seiner Tränensäcke über seine Augen und Wangen in seinen Bart.

 

Ich stelle mir dann vor wie er als kleiner Junge mit seinen Geschwistern durch die Straßen von Åkersberga gefetzt ist. Und als einer von Ihnen mit dem Gesicht voraus in der Pfütze gelandet ist hat er genau so gelacht. So MUSS es gewesen sein. Die armen Nachbarsmädchen waren sicher schrecklich verliebt in den kleinen Bengel.

Lachen bis die Tränen kommen

Aber er kann auch anders. Ich erinnere mich noch wie wir vor Jahren gemeinsam mit dem Zug Richtung Norden gefahren sind. Die Trennung von seiner Jugendliebe war erst ein paar Wochen her und er war alles andere als darüber hinweg. Jedenfalls saßen wir in einem Vierersitz, beide am Fenster, neben uns zwei sehr junge hübsche Mädchen.

 

Ich bemühe mich cool zu wirken, er schaut nur melancholisch aus dem Fenster. Die beiden Mädchen unterhalten sich auf Dänisch. Ich verstehe kein Wort und trotzdem alles. Sie fragen sich was der arme Bam wohl haben mag, dass ihn so traurig macht. Sie würden ihn gerne trösten, in den Arm nehmen, vielleicht streicheln, aber sie trauen sich nicht.

 

Ich zähle 1 und 1 zusammen und beginne ebenfalls melancholisch aus dem Fenster zu schauen. Die Stirn in Falten, Mundwinkel nach unten, Blick gesenkt, hin und wieder gedankenverloren durch die Haare streichen. Aufgeschreckt vom Schaffner, der zum dritten Mal unsere Tickets sehen will, schaut mich Bam musternd an. „Was ist denn los, Junge? Hast du die Kontrolle über deine Gesichtsmuskulatur verloren?“ „Äh, nein, ich versuche nur so melancholisch wie möglich zu schauen. Die Damen neben uns stehen offensichtlich darauf“ Ein Blitzen in den Augen, „DAS ist dein sexy Blick?“, eine Explosion im Gesicht: „Iiiiiiiiihihihihihihihihihihihihi…“

 

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